Die Setzplätze der Ricken liegen vorwiegend in der Wald-randzone mit dichtem Krautbewuchs. In Gebieten mit stark ausgeprägter Wald-Feld-Gliederung, wie im gesam-ten Kreis Kusel, setzt ein großer Teil der Ricken ihre Kitze in Wiesen.

 

 

LG Trier: Landwirt muss für von einem Kreiselmäher getötete Rehkitze Schadensersatz an Jagdpächter zahlen Das LG Trier ist ebenso wie das AG davon ausgegangen, dass dem Kläger gegen den Beklagten wegen Tötung zweier Rehkitze der geltend gemachte Betrag als Schadensersatz für von einem Kreiselmäher getötete Rehkitze zusteht. Der beklagte Landwirt mähte mit einem Kreiselmäher ohne Anbringung eines Wildretters die Weide hinter seinem Hofgelände, als sich der klagende Jagdpächter zusammen mit seiner Tochter zum Abendansitz begeben wollte. Der Kläger hatte den Beklagten zuvor darüber informiert, dass sich in der zu mähenden Wiese Rehkitze befinden würden und ihn gebeten, die Mäharbeiten kurz einzustellen, um ihm die Möglichkeit zu geben, die Kitze aus der Wiese heraus zu tragen. Dies hatte der Beklagte mit den Worten: "Deine Kitze interessieren mich nicht. Wir lassen uns von dir nichts vorschreiben. Ich mähe weiter", abgelehnt. Am nächsten Morgen fand der Kläger in der vom Beklagten gemähten Wiese die blutigen Überreste von zwei durch den Kreiselmäher zerstückelten Rehkitzen. Mit der Klage begehrte er Schadensersatz in Höhe des Preises für Lebendtiere (2 x 680 EUR plus MwSt) sowie eine Auslagenpauschale, insgesamt 1593,35 EUR. Das AG hatte der Klage in vollem Umfang stattgegeben. Die Berufung des Beklagten blieb in der Sache ohne Erfolg. Auch die Berufungskammer geht in Übereinstimmung mit dem AG davon aus, dass der Beklagte zwei Rehkitze beim Mähen getötet habe. Zwar habe das AG zu Unrecht den vom Beklagten gegenbeweislich angebotenen Sachverständigenbeweis nicht erhoben, was die Berufungskammer nachgeholt habe. Dies ändere jedoch nichts am Ergebnis der Beweiswürdigung, da der Beklagte seine Behauptungen, mit denen er die Glaubhaftigkeit der Zeugenaussagen angreifen wollte, nicht habe beweisen können. Das Gutachten der Sachverständigen konnte nämlich die Behauptung des Beklagten, die Fotos betreffend das zweite getötete Rehkitz seien nicht auf der von ihm gemähten Wiese aufgenommen worden, nicht bestätigen. Eine weitere Beweisaufnahme durch Einholung eines ausführlichen Gutachtens des Sachverständigen komme nicht in Betracht. Im Schreiben des Sachverständigen sei nämlich dargelegt, dass das Erscheinungsbild der durch Kreiselmäher getöteten Rehe sehr unterschiedlich sein könne und dass das von ihm beigefügte Bild Ähnlichkeiten mit den in der Akte befindlichen Fotos habe. Da die Fotos in der Akte nicht dazu geeignet seien, die Behauptung des Beklagten zu bestätigen oder zu widerlegen, sei mangels anderer Anknüpfungspunkte der angebotene Sachverständigenbeweis kein geeignetes Beweismittel für seine Behauptung, die Rehkitze auf den Fotos zeigten nicht das typische Erscheinungsbild von mit einem Kreiselmäher getöteter Tiere. Daher verbleibe es bei der nicht zu beanstandenden Beweiswürdigung des AG. Für die Geltendmachung des Schadensersatzes sei der Kläger entgegen der Auffassung des Beklagtenvertreters auch aktivlegitimiert. Durch die Tötung der Rehkitze wurde das Jagdausübungsrecht, insbesondere das hieraus resultierende Aneignungsrecht des Klägers verletzt, das ihm aufgrund des Pachtverhältnisses mit der Jagdgenossenschaft zustehe.

Urteil des LG Trier vom 21.06.2005, Az.: 1 S 183/04

Quelle: Pressemitteilung des LG Trier vom 04.07.2005